Wir müssen zurück zur Villa, stellte Mina fest. Wenn schon nicht endgültig, dann zumindest, um mehr Ausrüstung hierher zu holen.
Ihr Blick schweifte über den sonnenbeschienenen Tisch, von dem kleinen Gasbrenner zu dem Dutzend Reagenzgläser im Halter über Destillierkolben und Objektträger plus Deckplättchen zu der hektisch zusammengestellten Sammlung und, wie sich beim Auspacken herausgestellt hatte, auf Phenolphthalein, Calcein und Furaptra beschränkten Indikatoren. So hilfreich die Bestimmung des ph-Werts einer Lösung, Komplexierung von Ionen, hauptsächlich Calcium und Magnesium, und Indikation von Calciuminionen und Fluoreszenzindikator von Zinkionen auch waren, es reichte nicht einmal ansatzweise.
Ganz abgesehen davon, dass die Indiaktoren vor allem interessant sind, wenn es um den Nachweis bestimmter Ionen in lebenden Zellen geht, und die geborgenen Pflanzenproben inzwischen nur noch totes Zellmaterial sind, überlegte Mina, als das Rattern eines Fahrzeugs sie aufschauen ließ. Ein Automobil rollte aus der Allee aus Pyramidenpappeln auf den Kiesweg vor dem Haus.
Mina schob die Laborutensilien vorsichtig beiseite, lehnte sich über den temporär zum Labortisch umfunktionierten Eichentisch, um einen neugierigen Blick auf den Garten werfen zu können. Zwei Personen stiegen aus, ein schlanker Mann mit sorgfältig frisierten blonden Locken und eine schöne Frau mit Blumen in den langen schwarzen Haaren.
„Lucilia!“
Mina legte den Objektträger sorgfältig neben das Mikroskop, bevor sie die Treppe hinunter in den Garten rannte.
„Lucilia!“
„Mina! Ist das schön, dich zu sehen!“
Sie hätte sich einfach nur freuen sollen, dass Lucilia das sagte. Statt dessen fragte Mina sich wieder einmal, als sie einander umarmten und sie den Duft teurer Rosen in Luilias Haaren und auf ihrer Haut einatmete, wieso jemand so Schönes und Perfektes mit jemandem wie Mina befreundet sein wollte. Die Antwort lautete sehr wahrscheinlich Mitleid.
Hinter ihnen trat der Professor aus der Villa und begrüßte die Gäste herzlich.
„Wie wäre es mit Tee auf der Terrasse?“ schlug er vor.
„Bei dem schönen Wetter sehr gern“, stimmte Hans zu.
Selbst Lucilia schaute ihren Verlobten verblüfft an ob dieser für ihn ungewöhnlich begeisteten Reaktion.
Er zuckte die Schultern.
„Nur weil ich in in einer Stadt lebe, in der trübes Wetter nichts Ungewöhnliches ist, kann ich Regen und Nebel trotzdem nichts abgewinnen.“
„Es ist wirklich wunderschön hier“, sagte Lucilia, als sie auf der von Flieder umrankten Terrasse saßen und Lucilia und Hans die Umgebung betrachteten während Mina damit beschäftigt war, die Papageien daran zu hindern, auf dem Tisch herum zu hüpfen und Teegebäck zu stehlen. Das Teegebäck hatte Lucilia selbst gebacken, ein Traum aus Vanille und Kirsche. Sie war eine traumhaft gute Köchin und die Papageien hatten das sehr schnell gemerkt. Hans bedachte das Geflatter mit einem missbilligenden Blick, sagte jedoch nichts.
„Das Anwesen instand zu halten erfordert einiges an Arbeit“, stellte Hans fest.
„Dreimal im Jahr wird hier alles generalüberholt“, erklärte der Professor. „Es ist schade, dass wir derzeit nur so selten hier sind, aber von hier aus ist die Distanz bis zur Universität doppelt so groß.“
Im Gegensatz zu Hans entlockten die Papageien Lucilia ein Lächeln.
„Wie weit ist die Entwicklung eines Medikaments?“ wollte sie wissen.
„Leider noch immer nicht viel weiter, da wir auf die Pflanzenproben angewiesen wären“, erwiderte der Professor. Er schüttelte den Kopf. „Es ist mir unbegreiflich, wieso jemand ein Interesse daran haben sollte, die Entwicklung eines Medikemants verhindern.“
„Nun, es gibt Personen oder Institutionen, die von dem status quo profitieren“, erwiderte Lucilia. „Pharmazeutische Unternehmen in den Mitgliedsstaaten des Imperialen Militärbündnisses beispielsweise machen beachtliche Umsätze mit Herstellung und Vertrieb von Mitteln zur Linderung der Symptome. Das ist eine Tatsachenfeststellung, keine Aussage darüber, dass die Verdächtigen im Imperialen Militärbündnis zu finden sind“, setzte sie an Hans gewandt hinzu, der bei ihren Worten die Brauen gehoben hatte.
„Das stimmt“, musste Hans zugeben.
Ein Schmetterling flatterte vorbei. Prompt hatten die Papageien etwas Interessanteres gefunden als Teegebäck und flatterten dem Insekt hinterher.
„Hans und ich haben die Journalisten getroffen“, erzählte Lucilia.
„Oh“, kommentierte Mina wenig begeistert.
„Sehr fleißig und sehr von sich überzeugt, die beiden“, fuhr Lucilia fort, als habe sie nichts gehört. „Und sehr mitteilsam. Offenbar sind die Bemühungen der Stellvertretenden Bürgermeisterin, das Imperiale Militärbündnis für die Stadt als exklusiven Produktionsstandort zu interessieren, sehr erfolgreich. Der Militärattachée des Bündnisses und der Feldmarschall der hiesigen Provinzarmee bemühen sich derzeit, die Bürgermeisterin zu überzeugen.“
„Bürgermeisterin Altum wird dem nicht zustimmen“, behauptete Mina.
Hoffentlich weiß Bürgermeisterin Altum auch, dass sie das ganz bestimmt nicht tun wird. Als ob ich eine Ahnung hätte, welche Interessen es zu berücksichtigen gilt.
„Sicher nicht“, stimmte ausgerechnet Hans ihr zu und Mina bemühte sich, ihre Verblüffung zu verbergen. Hans hegte großen Respekt für Institutionen, und das Bündnis war eine der mächtigsten Institutionen, die existierten. Allerdings hatte er gute Gründe für diese Zustimmung. „Die bisherige Diversifikation bei Handels- und Vertragspartnern ist zu attraktiv um sich von einem beziehungsweise einigen wenigen exklusiven Vertragspartnern abhängig zu machen.“
„Die Journalisten zitierten den Sicherheitsaspekt einer engeren Anbindung an das Imperiale Militärbündnis“, verriet Lucilia, während sie gedankenverloren in ihrem Tee rührte. Mina betrachtete die Spiegelung des Sonnenlichts auf dem fein ziselierten Silber. Für gewöhnlich trank Lucilia ihren Tee auf die traditionelle Weise, unvermischt.
„Das soll ein Grund sein, auf die bisherige Vielfalt zu verzichten?“ zweifelte Mina.
„Krieg“, sagte Professor Biraud leise, „ist ein exzellenter Kaufmann. Er macht Eisen zu Gold.“
Mina musste daran denken, dass es genau diese Gier nach Gold und Luxus gewesen war, die verhindert hatte, dass die Flotte des Militärbündnisses das Feuer auf die Schiffe der Pyramidenstädte eröffnet hatten, als die beiden Verbände aus Schiffen und Luftschiffen mitten auf dem Ozean einander zum ersten begegnet waren. Die Menschen in den Pyramidenstädten verzierten alles mit Gold, selbst alltägliche Gebrauchsgegenstände. Dank der reich mit Gold verzierten Segel und Aufbauten war damals der Befehl zum Abschuss ausgeblieben.
„Vor allen Dingen ist Krieg hässlich, ganz anders als dieser wunderschöne Garten“, sagte Lucilia sanft in die sich ausbreitende Stille hinein.
„Das Lob gebührt den Gärtnern“, sagte der Professor. „Ich gebe es gern an sie weiter.“
„Die Rosen könnten dir ganz besonders gefallen“, meinte Mina. „Soll ich sie dir zeigen?“
„Ja, sehr gern“, stimmte Lucilia zu.
Die Freundinnen schlenderten über ein Muster aus Sonne und Schatten unter den Bäumen. Schmetterlinge flatterten über Blumen und blühende Sträucher, in den Zweigen über ihnen hüpften und zwitscherten Vögel.
„Es ist wirklich wunderschön hier“, sagte Lucilia einmal mehr.
„Ja, das ist es“, bestätigte Mina. „Wir sind nicht mehr hier gewesen seit die Universität an einem Medikament zum Schutz gegen Strahlenkrankheit forscht, aber früher waren wir im Sommer oft hier, und hier hat der Professor mir beigebracht, auf Wurfscheiben zu schießen. Beziehungsweise die Wurfscheiben natürlich auch zu treffen.“
Lucilia lachte.
„Natürlich.“
Unter das Zwitschern mischte sich ein Summen.
„Und die dort kann über den höchsten Berg der Welt hinweg fliegen, wenn sie denn will.“
Mina deutete auf eine Hummel, die über einem Fliederstrauch schwebte.
Lucilia betrachtete das Insekt aufmerksam.
„Interessant.“
Mina schenkte der Freundin ein erfreutes Lächeln.
„Wirklich?“
„Wirklich“, bestätigte Lucilia. „Es ist faszinierend, wozu so ein kleines Geschöpf fähig ist.“
„Viele dürften dieses Wissen bestimmt nutzlos finden, welchen Unterschied macht dieses Wissen im Alltag schon“, sagte Mina. „Aber ich sehe ein Tier an, irgendein Tier, selbst Krokodile oder Haie, und sehe ein Wunder.“
Bunte Schwungfedern schwirrten durch eine Phalanx aus Sonnenspeeren zwischen den Bäumen. Die Papageien kehrten auf Minas Schulter zurück.
„Diese Betrachtungsweise ist sehr interessant“, sagte Lucilia. „Etwas Schönes zu sehen ist sehr einfach, etwas Faszinierendes zu sehen ist, nun, faszinierend.“
Sie lächelte einmal mehr und Mina lächelte dankbar zurück.
„Die Rosen sind ein Geschenk von Federica“, erzählte Mina und deutete auf ein Reihe von Sträuchern, die in der Sonne regelrecht zu leuchten schienen. „Federica Eisner, sie ist eine Freundin des Professors die vor vielen Jahren von hier fort in eine Handelsstadt bei den Pyramidenstädten gezogen ist.“
„Der Name sagt mir etwas“, überlegte Lucilia. „Sie ist Linguistin, nicht wahr?“
„Stimmt“, bestätigte Mina. „Sie studiert die Bilderschrift der Pyramidenstädte. Die Rosensamen waren in einem ihrer Briefe, sie hatte Rosensamen aus dieser Region mitgenommen in ihre neue Heimat und dort eine Hybride gezüchtet.“
„Wunderschön“, sagte Lucilia und beugte sich über eine duftende Blütenpracht aus goldenen Blättern mit karmesinroten Rändern.
„Zum einen das, zum anderen sind die Pflanzen extrem robust“, sagte Mina.
„Die Farben sind faszinierend“, sagte Lucilia, während sie und Mina sich auf eine verwitterte Steinbank am Rand der Beete setzten und den Blick über Blumen Sträucher und moosbewachsene Springbrunnen schweifen ließen. „Vielleicht lasse ich mir für das nächste Konzert ein Kleid mit exakt diesem Farbverlauf anfertigen.“
„Gibt es denn inzwischen einen Termin für das nächste Konzert?“ fragte Mina.
„Nein, das ist noch Monate hin, wenn nicht ein ganzes Jahr. Wir haben gerade erst mit den Proben begonnen“, erwiderte Lucilia.
„Es wird bestimmt ein voller Erfolg“, war sich Mina sicher.
Allein schon deinetwegen, setzte sie in Gedanken hinzu.
Lucilia war eine hervorragende Köchin und fertigte wunderschöne Stickereien und sie war eine exzellente Harfenistin. Letzteres war hinreichend elitär henug, dass ihre Familie mit einer Karriere als Konzertharfenistin einverstanden gewesen waren.
Lucilia lachte.
„Deine Gewissheit in allen Ehren, aber vor dem Erfolg stehen noch viele, viele Stunden an Übung.“
Eine sanfte Brise fächelte durch den Garten. Mina legte den Kopf in den Nacken und schaute zu dem Baldachin aus Blättern über ihnen hinauf. Es war schön, hier neben Lucilia zu sitzen und den Garten und die Ruhe zu genießen, bis dann doch die Rastlosigkeit wieder zurück kehrte, die sie seit der Abreise aus der Villa begleitete.
„Es ist so schön, wieder hier zu sein, aber ich kann es trotzdem nicht erwarten, bis die Ermittler die Villa wieder freigeben und wir zurückkehren und mit der Analyse der Dokumente und Pflanzenproben weiter machen können“, gestand Mina.
„Wurde das Ganze nicht längst als Einbruch auf der Suche nach Wertsachen deklariert? Dann müsstet ihr doch bald wieder zurück dürfen“, versuchte Lucilia, sie aufzumuntern.
„Das wäre schön, ja“, stimmte Mina zu und behielt für sich, dass sie sich inzwischen zu fragen begann, ob das Argument der Spurensicherung ein Vorwand war, die Rückkehr möglichst lange zu verzögern.
„Weißt du“, sagte sie statt dessen. „Ich habe Angst, dass die Stadt abgeschottet wird und ich dann hier von hier fort muss. Mein ganzes Leben ist hier, alles, das mir etwas bedeutet.“
Fast hätte sie gesagt: Alle meine Freunde. Mit anderen Worten, du und der Professor, wenn ich die Begriffe Paten und Freunde synonym verwende. All meine anderen Freunde sind ja nicht mehr hier, seit die Familien anderswo Arbeit suchen mussten nachdem der Tagebau geschlossen wurde, aber all die Erinnerungen sind hier.
„Und ja, so zu denken ist selbstsüchtig“, sagte sie statt dessen. „Andere hier in der Stadt, die nicht so einfach weg können, wären in diesem Fall vermutlich gern an meiner Stelle.“
Unsere Zugehfrau. Unser Gärtner. Ihre Familien. Unsere Kaminkehrer. Die Bäckerin und ihre Tochter am Ende der Straße. Die Straßenkehrer. Die Hafenarbeiter…
Lucilia versetzte ihr mit der Schulter einen sanften aufmunternden Stups.
„Sollte es wirklich so weit kommen, besuchen Hans und ich dich ganz einfach in deiner Heimatstadt“, versprach sie. „Leute unseres Standes sind schließlich viel zu wichtig, als dass wir in so einem hypotetischen Fall nicht eingesperrt werden, selbst, wenn Leute unseres Standes für den Rest der Welt nicht unwichtiger sein könnten.“
Ein weiterer Stups mit der Schulter.
„Also, keine Angst, ich lasse dich nicht allein.“
„Danke!“ sagte Mina.
„Hoffen wir einfach, dass es gar nicht erst so weit kommt“, schlug Lucilia. „Weil die nächste Lieferung mit Pflanzenproben heil hier ankommt und der Professor und die anderen Forscher ein Medikament finden.“
„Hoffentlich“, stimmte Mina zu.
„Weißt du“, sagte Lucilia, als sie wieder zurück auf der Terasse waren. „Ich habe mir überlegt, dass ich mir ein Muster aus Rosenblättern auf das Kleid sticken lassen werde, das ich auf dem Ball tragen werde.“
„Das ist eine schöne Idee“, stimmte Mina zu.
Lucilia lächelte.
„Die Journalisten waren sehr angetan von dem Vorschlag, alle Helfer als Anerkennung für die selbstlose Hilfe bei dem Unglück zum Debütantinnenball einzuladen.“
„Alle Helfer?“ hakte Mina nach, und Lucilias Lächeln wuchs in die Breite zu einem vergnügten Grinsen, während Hans eher weniger begeistert schaute.
„Alle Helfer“, bestätigte Lucilia. „Insofern sind Hans und ich schon ganz gespannt darauf, dass du uns mit dem Modifizierten bekannt machen wirst.“
Hans’ Miene nach zu urteilen war er keineswegs darauf gespannt, er sagte jedoch nichts.
Country House
We have to get back to the villa, Mina noted. If not for good, then at least to get more equipment here.
Her gaze drifted over the sunlit table, from the small gas burner to the dozen test tubes in the rack, to the distillation flasks and slides plus cover plates, and finally to the hastily assembled collection of indicators—which, as it turned out during unpacking, were limited to phenolphthalein, calcein, and furaptra. As helpful as determining the pH value of a solution, the complexation of ions, mainly calcium and magnesium, and the indication of calcium ions and fluorescence indicators of zinc ions were, it wasn’t even remotely enough.
On top of that, the indicators are interesting when detecting specific ions in living cells, and the salvaged plant samples are by now nothing more than dead cell material, Mina thought as the rumble of a vehicle caused her to look up. A car rolled out of the alley of pyramid poplars onto the gravel path in front of the house.
Mina carefully put the laboratory utensils aside as she leaned over the oak table, which had been temporarily repurposed as a lab bench, to cast a curious glance at the garden. Two people stepped out of the vehicle, a slender man with carefully styled blond curls and a beautiful woman with flowers in her long black hair.
„Lucilia!“
Mina carefully placed the slide next to the microscope before running down the stairs into the garden.
„Lucilia!“
„Mina! It is great to see you!“
She should have simply been happy that Lucilia said that. Instead, Mina wondered once again, as they gave each other a hug and she inhaled the scent of expensive roses in Lucilia’s hair and on her skin, why someone so beautiful and perfect would want to be friends with someone like Mina. The answer was most likely pity.
Behind them, the Professor stepped out of the villa and greeted the guests warmly.
„How about tea on the terrace?“ he suggested.
„Very much so, in such beautiful weather,“ Hans agreed.
Even Lucilia looked at her fiancé in astonishment at his unusually enthusiastic reaction.
He shrugged.
„Just because I live in a city where gloomy weather is nothing unusual doesn’t mean I can stand rain and fog regardless.“
„It really is beautiful here,“ Lucilia said as they sat on the terrace entwined with lilac, while Lucilia and Hans observed the surroundings and Mina was occupied with preventing the parrots from hopping around the table and stealing the tea biscuits. The biscuits had been baked by Lucilia herself—a dream of vanilla and cherry. She was a dreamily good cook, and the parrots had noticed that very quickly. Hans regarded the fluttering with a disapproving look but said nothing.
„Maintaining the estate requires a fair amount of work,“ Hans noted.
„Everything here is completely overhauled three times a year,“ the Professor explained. „It is a shame that we are currently here so rarely, but from here, the distance to the university is twice as great.“
In contrast to Hans, the parrots elicited a smile from Lucilia.
„How far along is the development of the medicine?“ she wanted to know.
„Unfortunately, still not much further along, as we are dependent on the plant samples,“ the Professor replied. He shook his head. „I find it incomprehensible why anyone would have an interest in preventing the development of a medicine.“
„Well, there are people or institutions that benefit from the status quo,“ Lucilia replied. „Pharmaceutical companies in the member states of the Imperial Military Alliance, for example, make considerable profits from the manufacture and distribution of means to alleviate symptoms. That is a statement of fact, not a statement that the suspects are to be found within the Imperial Military Alliance,“ she added skillfully to Hans, who had raised his eyebrows at her words.
„That is true,“ Hans had to admit.
A butterfly fluttered by. Promptly, the parrots had found something more interesting than tea biscuits and fluttered after the insect.
„Hans and I met the journalists,“ Lucilia told them.
„Oh,“ Mina commented unenthusiastically.
„Very hardworking and very convinced of themselves, the two of them,“ Lucilia continued as if she hadn’t heard anything. „And very communicative. Apparently, the efforts of the Deputy Mayor to interest the Imperial Military Alliance in the city as an exclusive production site are very successful. The Alliance’s military attaché and the provincial army’s field marshal are currently attempting to convince the Mayor.“
„Mayor Altum will not agree to that,“ Mina claimed.
Hopefully, Mayor Altum also knows that she certainly won’t. As if I have any idea which interests need to be taken into account.
„Certainly not,“ Hans agreed, of all people, and Mina tried to hide her astonishment. Hans held great respect for institutions, and the Alliance was one of the most powerful institutions in existence. However, he had good reasons for this agreement.
„The current diversification of trade and contract partners is too attractive to make ourselves dependent on one—or even a few—exclusive contract partners.“
„The journalists cited the security aspect of a closer connection to the Imperial Military Alliance,“ Lucilia revealed, while she absent-mindedly stirred her tea. Mina watched the reflection of the sunlight on the finely chased silver. Usually, Lucilia drank her tea in the traditional way, neat.
„That is supposed to be a reason to give up the current diversity?“ Mina doubted.
„War,“ Professor Biraud said softly, „is an excellent merchant. He turns iron into gold.“
Mina had to think of how it was exactly this greed for gold and luxury that had prevented the cannons from sinking the ships of the Pyramid Cities when they appeared on the horizon, one day before the cities and states of the Imperial Military Alliance themselves wanted to send an expedition in the exact direction from which the foreign ships had emerged. The people in the Pyramid Cities decorated everything with gold, even everyday household items. Thanks to the sails and superstructures richly decorated with gold, the order to fire had been withheld at that time.
„Above all, war is very ugly, quite different from this beautiful garden,“ Lucilia said softly into the spreading silence.
„The praise belongs to the gardeners,“ the Professor said. „I am happy to pass it on to them.“
„You might particularly like the roses,“ Mina suggested. „Shall I show them to you?“
„Yes, very much so,“ Lucilia agreed.
The friends strolled over a pattern of sun and shadow beneath the trees. Butterflies fluttered over flowers and blooming bushes; birds hopped and chirped in the branches above them.
„It really is beautiful here,“ Lucilia said once more.
„Yes, it is,“ Mina confirmed. „We haven’t been here since the university began researching a medicine to protect against radiation sickness, but we used to be here often in the summer, and here the Professor taught me to shoot at targets. Or rather, to hit the targets, of course.“
Lucilia laughed.
„Of course.“
A hum mixed in with the chirping.
„And that one can fly over the highest mountain in the world, if it wishes to.“
Mina pointed to a bumblebee hovering over a lilac bush.
Lucilia observed the insect attentively.
„Interesting.“
Mina gave her friend a happy smile.
„Really?“
„Really,“ Lucilia confirmed. „It is fascinating what such a small creature is capable of.“
„Many would surely find this knowledge useless; what difference does this knowledge make in everyday life?“ Mina said. „But I look at an animal, any animal, even crocodiles or sharks, and I see a miracle.“
Colorful flight feathers swirled through a phalanx of sun spears between the trees. The parrots returned to Mina’s shoulder.
„This perspective is very interesting,“ Lucilia said. „To see something beautiful is very simple; to see something fascinating is, well, fascinating.“
She smiled once more, and Mina smiled back gratefully.
„The roses are a gift from Chiara,“ Mina told her, pointing to a row of bushes that seemed to literally glow in the sun. „Chiara Eisner, she is a friend of the Professor who moved away from here years ago to a trading city near the Pyramid Cities.“
„The name means something to me,“ Lucilia pondered. „She is a linguist, isn’t she?“
„That’s right,“ Mina confirmed. „She studies the pictographs of the Pyramid Cities. The rose seeds were in one of her letters; she had taken rose seeds from that region to her new home and bred a hybrid there.“
„Beautiful,“ Lucilia said, leaning over a fragrant profusion of golden leaves with crimson edges.
„For one, they are beautiful; for another, the plants are extremely robust,“ Mina said.
„The colors are fascinating,“ Lucilia said, while she and Mina sat on a weathered stone bench at the edge of the beds and let their gaze wander over flower bushes and moss-covered fountains. „Perhaps I’ll have a dress made for the next concert with exactly this color gradient.“
„Is there a date for the next concert yet?“ Mina asked.
„No, that’s still months away, if not an entire year. We’ve only just begun rehearsals,“ Lucilia replied.
„It will certainly be a great success,“ Mina was sure.
Just because of you alone, she added in her thoughts.
Lucilia was an excellent cook, made beautiful embroideries, and was an outstanding harpist. The latter was elite enough that her family had agreed to a career as a concert harpist.
Lucilia laughed.
„Your certainty, with all due respect, but many, many hours of practice stand before the success.“
A gentle breeze fanned through the garden. Mina tilted her head back and looked up at the canopy of leaves above them. It was lovely to sit here next to Lucilia and enjoy the garden and the peace, until the restlessness that had accompanied her since leaving the villa returned once more.
„It is so lovely to be here again, but I still can’t wait until the investigators release the villa again and we can return and continue with the analysis of the documents and plant samples,“ Mina confessed.
„Wasn’t the whole thing declared a burglary in search of valuables a long time ago? Then you should be allowed back soon,“ Lucilia tried to cheer her up.
„That would be nice, yes,“ Mina agreed, keeping to herself that she had begun to wonder if the forensics argument was a pretext to delay the return as long as possible.
Here is the English translation, aiming to stay close to the original style and formulations:
„You know,“ she said instead. „I’m afraid the city will be isolated if the radiation continues to rise, and then I’ll have to leave from here. My whole life is here, everything that means something to me.“
Almost said: All my friends. In other words, you and the professor, if I use the terms ‚patron‘ and ‚friend‘ interchangeably. All my other friends are no longer here since the families had to look for work elsewhere after the mine closed, but all the memories are here.
„And yes, thinking like that is selfish,“ she said instead. „Other people here in the city who can’t just leave easily would probably be happy to be in my place in that case.“
Our stepdaughter. Our gardener. Their families. Our chimney sweeps. The baker and her daughter at the end of the street. The street sweepers. The harbor workers…
Lucilia gave her a gentle, encouraging nudge on the shoulder.
„If it really comes to that, Hans and I will just visit you in your hometown,“ she promised. „People of our standing are important enough that we won’t be locked up in such a hypothetical situation, even if people of our standing could be less important to the rest of the world.“
Another nudge on the shoulder.
„So, don’t worry, I won’t leave you alone.“
„Thank you!“ said Mina.
„Let’s just hope it never comes to that,“ Lucilia suggested. „Because the next delivery with plant samples will arrive safely here and the professor and the other researchers will find a medication.“
„Hopefully,“ Mina agreed.
„You know,“ Lucilia said, as they were back on the terrace. „I thought I would have a pattern of rose petals sewn onto the dress I’ll wear at the ball.“
„That’s a beautiful idea,“ Mina agreed.
Lucilia smiled.
„The journalists were very keen on the suggestion to invite all the helpers to the debutante ball as a recognition for their selfless help during the disaster.“
„All the helpers?“ Mina asked, and Lucilia’s smile grew into a delighted grin, while Hans looked less enthusiastic.
„All the helpers,“ Lucilia confirmed. „In that regard, Hans and I are already very excited for you to introduce us to the Modified version.“
Judging by Hans’s expression, he was by no means excited, but he said nothing.